Vivaldis Kirchenwerke

Dieter David Scholz



Beispielhafte Einspielungen von Robert King

Das komplette geistliche Werk Vivaldis

 


Robert King hat jetzt seine Einspielungen des Sakralwerks Vivaldis komplettiert. Auf 11 CDs ist beim Label Hyperion alles, was gegenwärtig bekannt ist an geistlichen Werken Vivaldis, eingespielt worden. Eine temperamentvolle, technisch brilliante, stilistisch hieb- und stichfeste Aufnahme. Über 50 Kirchenmusikwerke Vivaldis sind uns überliefert, viele mehr sind dokumentiert. Wer weiß, was noch gefunden wird…


Aber alles an Sakralmusik, was heute an unzweifelhaft echten Vivaldi-Noten existiert, hat Robert King eingespielt, mit einer erlesenen Sängerschar an Solisten. Um nur einige Namen zu nennen: Susan Gritton, Nathalie Stutzmann, Deborah York, James Bowman, Joyce Di Donato... Darunter auch der Counter Robin Blaze. Er singt beispielsweise das früheste datierbare Werk Vivaldis, das Stabat mater, RV 621, das Vivaldi für das Fest der sieben Schmerzen Mariä am 18. März 1711 für Brescia geschrieben hat, fabelhaft.  Aber die ganze Edition ist einfach fabelhaft! 


Nicht zuletzt dank des äußerst flexiblen, biegsamen, schlank und doch virtuos singenden, um feinste Artikulation und Wortbehandlung bemühten Chores dieser Aufnahmen, des Choir of the King´s Consort, der selbst im kurzen Laudate dominum. RV 606 seine überragenden Qualitäten unter Beweis stellt.


Das beigefügte Booklet vom profunden Vivaldikenner Michael Talbot liest sich interessant und inspirierend. Sein Fazit: "Die Größe der geistlichen Vokalmusik Vivaldis besteht nicht in ihrem historischen Einfluß, da sie zu seinen Lebzeiten (anders als seine instrumentalen Concerti) kaum verbreitet war und andere Komponisten sich an ihr nicht weiter orientierten, sondern viel mehr in ihrer vollkommenen Kunstfertigkeit."


Den kompletten kirchlichen Vivaldi gibt es jetzt also auf 11 CDs, in einer schönen Box, die mit einem Canaletto-Bild geschmückt ist, beim Lable Hyperion. Für jeden Vivaldi-Freund und –Verehrer ist diese Edition ein unbedingtes „Muss“!

 

(2007)