Biographie

Dieter David Scholz

 

 

BIOGRAPHIE

Photo: Dieter David Scholz

Photo: Günter Scholz

Das alte Opernhaus in Kairo/ 60er Jahre

Nach einer Odyssee, die in Lindau (Bodensee) 1956 begann, über das nahegelegene Nonnenhorn (dort lernte ich das Gehen) nach Ägypten führte (wo ich in Kairo die ersten Schuljahre verbrachte) strandete ich in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn. Dort studierte ich seit 1975 (noch ungehetzt von Studienzeitbegrenzungen) Germanistik, Philosophie, Psychologie, Musikwissenschaft und Kunstgeschichte, auch etwas Geologie und Chemie. Nebenbei spielte ich Theater, malte in Öl, nahm Gesangsunterricht und schrieb in der Lokalpresse (Bonner General-Anzeiger) erste Kritiken. Nach dem Examen verschlug es mich nach München. Dort machte ich erste Gehversuche beim Bayerischen Rundfunk (Hospitanz). 1985 flüchtete ich (da ich nicht mit den bayerischen Wölfen heulte) aus dem wunderschönen, aber konservativen Bayern und strandete im damals noch eingemauerten, aber aufregenden, freien West-Berlin, einem Ort des Nichtmehr und Nochnicht, der mir beispielhaft die zerrissene, proble-matische deutsche Geschichte veranschaulichte. An der TU Berlin promovierte ich 1992 bei Peter Wapnewski mit einer Arbeit über „Richard Wagners Antisemitismus“ und reüssierte im SFB ("Klassik zum Frühstük") als Hörfunkjournalist. Zeitweise schrieb ich viel in der überregionalen Tagespresse. Ein weiteres Standbein wurde Radio 3 von NDR und ORB. Dann kam die Fusion des ORB mit dem SFB zum RBB. Alles wurde wieder einmal ganz anders ... Nach der Deutschen Vereinigung wurde mir Leipzig bzw. Halle zum zweiten Zuhause, der MDR-Kultur mein „Muttersender“.

 

Seither arbeite ich ohne feste Bindungen als nach wie vor in Berlin ansässiger freier Autor und Musikjournalist, Rezensent und „Spezialist“ in Sachen Musiktheater im Allgemeinen und Richard Wagner im Besonderen. Was nicht heißt, dass ich nicht auch Jacques Offenbach, Gioacchino Rossini, Händel, Bach und Verdi bewundere. Ich schreibe (neben einigen Tageszeitungen) in erster Linie für die Fachpresse („Opernwelt“, „Fono-Forum“, „Das Orchester“, „Neue Zeitschrift für Musik“, "Rondo", "Orpheus", "Partituren", "Neue Musikzeitung", "Crescendo" etc.) und für die ARD-Rundfunk-anstalten (NDR, WDR, SWR, BR, MDR, DW, DLF, DLR), in denen ich neben journalistischen Beiträgen (Kritiken, Rezensionen, Interviews, Porträts, Kommentare etc.) auch regelmäßig eigene größere Musiksendungen und Sendereihen konzipiere und produziere/moderiere.

 

Vorträge, Live-Moderationen (auch von Konzerten), Roundtable-Diskussionen, Künst-ler-Gespräche und Lesungen vor Publikum ergänzen mein Reden vor dem Mikrofon. Wenn Zeit und Geld bleibt bleibt, reise ich gern (und immer wieder vor allem nach Italien und Frankreich), gebe mich passioniert der Kochkunst hin und sammle in bescheidem Maß Schönes: Bücher, Graphik, Gemälde, Antiquitäten, Ich mag die Menschen (wirklich nicht alle! Aber im Prinzip!). Ich trinke naturgemäß gern Wein. Er gehört zur Lebenskultur! Da mir ein gerüttelt Maß barock-schlesischer Melancholie mitgegeben ist, habe ich mich den „Launen des Glücks“ (Nestroy) ergeben, schwankend zwischen himmelhochjauchzender und zu Tode betrübter Lebenseinstellung.