J.G.Edlingers letztes Mozart Bildnis

Dieter David Scholz

 

 

Gemäldegalerie

Staatliche Museen zu Berlin

Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Photo: Volker-H.Schneider

Eins zu Zehnmillionen.

Das letzte authentische Porträt W. A. Mozarts

von Johann Georg Edlinger wurde in der Berliner Gemäldegalerie wiederentdeckt.

 

 

Es glich einer Sensation, als Anfang Januar 2005 die Tagespresse den Fund eines bis dato unbekannten Mozartbildes in der Berliner Gemäldegalerie vermeldete, das am 27. Januar, dem Geburtstag Mozarts, offiziell dem Publikum vorgestellt wurde. Ein aufgeregtes Rauschen ging durch den überregionalen Blätterwald. Doch die Musik der Meinungen strotzte von Disharmonien und Trugschlüssen. Presse, kommunale Kulturpolitiker und Kunsthistoriker beiderseits des Weißwurstäquators lieferten sich eine unseriöse PR-Schlacht um „Ihren“ Mozart. Vor allem München und Salzburg bzw. Wien wollen nur ungern anerkennen, daß im fernen „Preußen“ das letzte authentische Mozart­bildnis steht. Aber Mozart gehört - trotz seiner Herkunft - nicht nur den Bayern, und schon gar nicht nur den Österreichern. Man rufe sich die Haßtiradn Mozarts af Salzburg und Wien in Erinnerung!

 

Die Fakten: Mozart wohnte am 24. Oktober des Jahres 1790 in Mannheim der ersten deutschen Aufführung seines „Figaro“ bei. Am nächsten Tag reiste er über Bruchsaal, Cann-statt, Ulm und Augsburg nach München, wo er, wie immer im Gasthof "Zum schwarzen Adler" in der Kaufingerstraße abstieg. Er war vom Kurfürsten Karl Theodor, der ihn sehr schätzte, eingeladen worden, am 4.oder 5. November im Kaisersaal der Residenz zu Ehren des Königs Ferdinand IV. von Neapel und seiner Gemahlin Maria Carolina an einer musi-kalischen Hofakademie teilzunehmen. Es war Mozarts letzter Besuch in München, dreizehn Monate vor seinem Tod. Der Wirt des Gasthofes war befreundet mit Johann Georg Edlinger, dem Hofmaler des bayrischen Kurfürsten. Edlinger darf als süddeutsches Pendant des Porträtmalerei Anton Graff gelten, war südlich der Donau ein geschätzter Porträtist, der Bür-ger und Künstler, Prominente und Adlige auffallend unidealisiert, dafür mit differenzierter Ge-sichtsdarstellung porträtierte, ganz im Stile der Zeit des beginnenden neunzehnten Jahr-hun-derts.

 

Edlinger malte weniger streng als Graff, war noch etwas dem Rokoko verpflichtet und dem venezianischen fa-presto-Stil. Edlinger war (allen gegenteiligen Behauptungen von Feuille-tonisten und Fachleuten zum Trotz) bekannt für sein schnelles Malen. Er hatte jedenfalls ge-nügend Zeit gehabt, die seltene Gelegenheit zu nutzen, den gerade in München weilenden, schon damals nicht eben unberühmten Mozart bis zur Abreise am sechsten oder siebten No-vember zu porträtieren. Tatsächlich hat Edlinger - Rolf Schrenk hat es dokumentiert - ein "Herrenbildnis" gemalt, datiert 1790, das in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts aus dem Münchner Kunsthandel in den Besitz der Berliner Gemäldegalerie überging. 1939 wurde die Galerie geschlossen. Das Bild fiel im Depot des ostberliner Bodemuseums der Ver-gessenheit anheim. Nach der Wiedervereinigung kam es ins Depot der Neuen Gemälde-galerie am Kemperplatz im Westen Berlins. Inzwischen war 1983 die Dissertation von Rolf Schrenk über das Oeuvre des Malers Edlinger erschienen.

 

Den Stein der Wiederentdeckung ins Rollen brachte der Ur-, Ur-, Ur-, Urenkel Edlingers, Wolfgang Seiller aus Ottobrunn. Ihm war die Ähnlichkeit des Porträts mit den bekannten Mozartabbildungen aufgefallen, vor allem mit dem in Bologna befindlichen, anonymen Bildnis Wolfgang Amadé Mozarts aus dem Jahre 1777, von dem Vater Leopold gegenüber dem Auftraggeber, dem Bologneser Musik-pädagogen Padre Giovanni Battista Martini meinte: „was die Ähnlichkeit anbetrifft, so versichere ich Ihnen, dass es ihm ganz und gar ähnlich sieht.“

 

Der Informatiker Seiller hat die Bilder mit einem speziellen Computer-Grauwerteprogramm ausgewertet, hat die markanten Auge-, Nasen- und Mundpartien der Bilder verglichen und frappierende anatomische Übereinstimmungen festgestellt, vor allem der Augen-anomalie Mo-zarts im großen linken Auge. Auch Rainer Michaelis, Kustos der Berliner Gemäldegalerie, der das Bild im Mozartjahrbuch 1999, im deutschen Bestandskatalog von 2002 und im Mu-seumsjournal 2004 der Öffentlichkeit vorgestellt hatte, gab nun kunsthisto-rische und ikono-graphische Recherchen in Auftrag. Auch er kam, wie hinzugezogene Experten und Ute Stehr, die das Bild sorgfältig restaurierte, zu dem Ergebnis, daß es sich bei dem Porträtierten um keien anderen als Wolfgang Amadé Mozart handeln könne.

 

Wer die wenigen als authentisch zu betrachtenden Mozartbildnisse kennt, hat keinen Zweifel an der Authentizität des Abgebildeten. Es ist ein zwar auffällig aufgedunsener, krank wir-kender, aber doch unverkennbarer Mozart im grünen Rock, mit Rüschenkragen und grau gepuderten Haaren, wenn nicht gar Perücke. Erst unlängst hat Ludwig Köppen die These von der tödlichen Selbstmedikation Mozarts mit Quecksilberpräparaten zur Kurierung seiner Syphiliserkrankung eindrucksvoll dargestellt. Vor dem Hintergrund seines Buches (Ludwig Köppen: "Mozarts Tod". Köppen Verlag, 2005) könnte auch das Edlinger-Bild ein weiteres Indiz für die These Köppens sein, denn es zeigt einen kranken, elend wirkenden Mozart mit angeschwollenem Gesicht. Wenn das Entstehungsdatum stimmt, sieht man den moribunden Mozart kurz vor seinem Tod. Nicht nur nach Meinung von Rainer Michaelis eine Sensation. Das letzte authentische Porträt Mozarts wurde in Berlin aufgefunden

 

Die Neider ließen nicht auf sich warten. Die mit abstrusen, hypothetischen Konstruktionen gestützte Behauptung des Münchner Stadt-archivars Richard Bauer, der am heftigsten die Berliner Entdeckung abstritt und das Bild zu einem Edlinger-Porträt des Münchner Kauf-manns bzw. Beamten Joseph Anton Steiner erklärte, steht argumentativ wie faktisch auf mehr als wackeligen Füßen, wie Rainer Michaelis in einem veröffentlichen Gegendarstellung mit handfesten ikonologischen Vergleichen und stichhaltigen kunsthistorischen Argumenten ein-leuchtend darstellte. Die methodologische Leichtfertigkeit, die der Münchner Stadtarchivar Bauer dem Berliner Kustoden Michaelis vorwarf, darf eher ihm selbst zugesprochen werden. Seine Darlegungen lassen allenfalls die Vermutung zu, dass sich das Berliner Mozartbildnis möglicherweise bis 1825 im Eigentum der Familie des Münchner Ratsherrn und Kaufmanns Josef Anton Steiner befunden habe. Im Übrigen spricht auch die differenzierte biometrische Unter-suchung des Bildes (anhand eines Vergleich mit dem Bolognabildes und seiner auffälligen ana-tomischen Details), die Martin Braun im April 2005 in Schweden veröffentlichte, für sich: „The result is that their subjects have to be considered as the same person, with an error probability of well below one in 10,000,000.”

 

Beiträge in DLR, DW, MDR, NDR, SWR, Das Orchester, Rondo...

 

Stellungnahme von Rainer Michaelis zur Pressemeldung des Stadtarchivs München, wonach das Berliner Mozartbilds von Johann Georg Edlinger tatsächlich den Münchner „ Ratsherrn und Kaufmann Josef Anton Steiner (1753-1813)“ darstellen soll.

 

Das Stadtarchiv hat sein Recherche-Ergebnis bisher nicht der Berliner Gemäldegalerie, sondern der Presse anvertraut. Daher können wir nur aus zweiter Hand darauf reagieren. Das Stadtarchiv München stützte sich bei seinen Ermittlungen auf eine unserer publizierten Vermutungen, wonach das Berliner Mozartbild wohl auf der Ausstellung „Bayerische Kunst von 1800 – 1850“ als Edlinger „Männliches Bildnis, um 1790“ gezeigt wurde. Es ist in der zweiten Auflage des zugehörigen Kataloges vom 9.Juli 1906, S. 17 bei Nr. 152 verzeichnet. Danach hatte es ein Format von 80 x 62,5 cm. Uns ist bisher kein Gemälde Edlingers aus diesen Jahren mit Maßen bekannt geworden, die nahezu genau denen des Berliner Mozartbildes entsprechen. Gemeinsam mit einem “Weiblichen Bildnis, um 1790“ und einem „Bildnis des Buchhändlers Lindauer, um 1800“ sind dort drei Gemälde des Johann Georg Edlinger als Eigentum des Architekten Franz Lindauer (geb. 1880) genannt.

 

Jetzt „entdeckt“ das Stadtarchiv eine Notiz (?) des Münchner „Kulturforschers Karl Trautmann“, wonach im Jahre 1929 die Witwe des Franz Lindauers, Josefa Lindauer, mitteilte, die fraglichen Gemälde stellen das „Ehepaar Steiner“ dar. Wie konnte es sein, das diese „Information“ bei einer umfangreich recherchierten Ausstellung zur Kunst Bayerns zwischen 1800 und 1850 unberücksichtigt blieb? Im Jahre 1934 löste die Witwe Lindauer ihren Haushalt auf und zog in ein Altersheim (Ermittlung des Stadtarchivs München)! Im selben Jahr erwarb die Berliner Gemäldegalerie ihr Mozartbildnis im Münchner Kunsthandel Fritz Ragaller als „Bildnis eines Herrn im grünen Rock“. Wie war es möglich, dass wieder die wichtige „Information“, es sei das „Bildnis des Ratsherrn Steiner“ nicht bekannt war? Ein identifiziertes Bildnis verkaufte und verkauft sich stets gewinnbringender als ein Anonymus. Der Kunsthändler Ragaller benötigte das Geld nämlich dringend, wie eine Mahnung in der Ankaufskorrespondenz belegt. Unbeabsichtigt hat uns aber die höchst fragwürdige Forschung des Münchner Stadtarchivs einen Detail geliefert, das zu einer weiteren Erkenntnis über den Vorbesitzer des Berliner Mozartbildes dienen könnte: Der Kaufmann Josef Anton Steiner (1753-1813). Bis 1825 befand sich vermutlich unser Gemälde im Eigentum dieser Familie? Wir werden die Spur in München weiterverfolgen! Die allgemeinen Vorwürfe des Stadtarchivs über unsere Forschung entbehren gleichfalls jeder Grundlage. Man hätte Mozart niemals in der Pose eines Privatmannes gemalt, sondern Hinweise (meint wohl Attribute) seiner Profession befügt. Jedem Studenten der Kunstgeschichte ist spätestens ab dem 4. Semester bekannt, dass die Porträtmalerei seit dem späten 18. Jahrhundert und zu Anfang des 19. Jahrhunderts (um 1800) mehrheitlich auf Attribute, Draperien u. ä. zugunsten einer differenzierten Gesichtsdarstellung, welche auf die Schilderung des Charakters abzielt, verzichtet. Allein die mehr als 200 bekannten Bildnisse von der Hand Johann Georg Edlingers belegen dies hinlänglich. Daneben betrachte man das Schaffen seines Zeitgenossen Anton Graff, hier in Sonderheit die Bildnisse Herders, Lessings oder Friedrichs des Großen. Edlinger hätte in einer Woche unmöglich das Bildnis Mozarts vollenden können, da einerseits der Maler sehr langsam gearbeitet habe, andererseits aber der Tonkünstler hier in München viel beschäftigt war. Porträtmaler pflegten im Regelfall Porträtskizzen zu fertigen, von Edlinger haben sich zwar nur zwei erhalten, die übrigen sollen 1822 bei seinem Erben verbrannt sein. Grundsätzlich kann man später auch nicht mehr feststellen, wann - in Stunden gemessen – ein Gemälde als vollendet galt. Von Anton Graff wissen wir beispielsweise, dass er während seiner Ausbildung (Ende 1757 /1758) in Ansbach täglich ein Bildnis „Friedrichs des Großen“ zu malen hatte. Bei der langfristigen Restaurierung des Berliner Mozartbildes konnte festgestellt werden, dass es sozusagen in „einem Zug“ gemalt wurde. Ein in München existierendes Mozartbild wäre sicher nach dem Ableben des Tonkünstlers allgemein zugänglich gemacht, auch im Kupferstich reproduziert worden.

 

Es gibt genug Belege dafür, dass Bildnisse von Berühmtheiten lange unbekannt blieben. Beispielsweise war Antoine Pesnes „Bildnis des Kronprinzen Friedrich“ von 1737 /40 erst 1841 aus Privatbesitz Neustrelitz für die Berliner Galerie gekauft worden. Bis dahin war der Verbleib des Porträts unbekannt. Ähnlich war es um das Selbstbildnis Pesnes mit Töchtern von 1754 bestellt. Es wurde bis 1904 bei den Nachfahren des Künstlers in Kroatien aufbewahrt. Es gab keine Graphische Reproduktion des Familienbildes. Es gehört seit 1904 zu den Hauptwerken der Berliner Gemäldegalerie. Friedrich der Große und Antoine Pesne waren und sind auch berühmte Personen! Wir hätten die Datierung der Edlingerforschung von „vor 1790“ auf „um 1790“ verbessert. Wer die Gemälde Edlingers des genannten Zeitraums ernsthaft miteinander vergleicht, dürfte spärlich handfeste Gründe dafür finden, die eine genaue Scheidung in „nach“ und „um“ zulassen. Auch die Forscher, welche die Ausstellung im Glaspalast 1906 zu verantworten hatten, konnten „um 1790“ akzeptieren. Unsere seit den 1990er Jahren betriebenen Forschungen wurden 1999 im Mozartjahrbuch publiziert (Auslieferung Ende 2000). Selbst die offizielle Stellungnahme des Mozarteums, die nicht als unbedingt wohlwollend zu betrachten war, hat den Autoren Michaelis und Seiller zugegeben, dass Sie überzeugend argumentierten. Im Jahre 2002 wurde Edlingers Mozartbildnis im Bestandskatalog der deutschen Malerei des 18. Jahrhunderts, Gemäldegalerie Berlin (Auslieferung Januar 2003) integriert. Gemeinsam mit der Restauratorin des Mozartbildes habe ich im Juli 2004 eine abermalige Veröffentlichung im Berliner Museums-Journal vorgenommen. Dies geschah aus Anlass der Fertigstellung des Bildes und seiner ersten Präsentation, da es seit 1934 aufgrund des Erhaltungszustandes deponiert blieb.

 

Dabei wurden immer wieder ikonographische Vergleiche mit dem in Bologna aufbewahrten gesicherten Mozartbildnis von 1777 geboten. Über dieses Porträt hatte sich übrigens Leopold Mozart gegenüber dem Auftraggeber, dem bedeutenden Bologneser Musikpädagogen Padre Giovanni Battista Martini, wie folgt geäußert:“ Malerisch hat es wenig wert, aber was die Ähnlichkeit anbetrifft, so versichere ich Ihnen, dass es ihm ganz und gar ähnlich sieht.“ Eine Röntgenaufnahme des Berliner Mozartbildes ist ebenfalls der Fachwelt zur Kenntnis gegeben worden.

 

All diese Arbeiten waren dem Münchner Stadtarchiv bis Mitte Januar 2005 (sic!) unbekannt, denn zu diesem Zeitpunkt erkundigte sich Frau Dr. Brigitte Huber (Pressestelle des Stadtarchivs München) danach, wo denn unser „fragwürdiges“ Mozartbild publiziert sei. Obgleich Frau Huber nach eigener Aussage um die Jahreswende 2004 /2005 die Berliner Gemäldegalerie besuchte, war ihr das seit Juni 2004 in der permanenten Ausstellung präsentierte Mozartbildnis entgangen. Ohne Dank für die geleistete Hilfe, gab das Stadtarchiv München etwa 5 Wochen danach eine Pressemeldung mit einer Einladung zum Vortrag des Herrn Direktors Dr. Richard Bauer heraus, der jetzt endlich den Beleg dafür bringen wollte, „wen denn das Berliner Mozartbildnis tatsächlich darstelle“. Selbst diese Einladung wurde mir erst durch einen Berliner Journalisten am 28. Februar 2005 zugestellt. Der Archivdirektor kennt das Mozartbildnis auch nur von Abbildungen her, wie Frau Dr. Huber mir gegenüber zu verstehen gab. Was soll man nun von der Arbeit eines Archivs halten, das nicht in der Lage zu sein scheint, seine Erkenntnisse in einfacher Weise kritisch zu prüfen?

 

Dafür fand man aber reichlich Gelegenheit, den Autoren Rainer Michaelis und Wolfgang Seiller methodologische Leichtfertigkeiten zu unterstellen, obgleich diese nachweisbar in mehr als zehn Jahren ihre Überlegungen in regelmäßigen Konsultationen und Veröffentlichungen auf den Prüfstand stellten. Die Darlegungen des Münchner Stadtarchivs lassen einzig die Vermutung zu, dass sich das Berliner Mozartbildnis bis 1825 im Eigentum der Familie des Münchner Ratsherrn und Kaufmanns Josef Anton Steiner befand.

 

Die Berliner Gemäldegalerie besitzt mit dem vermutlich letzten authentischen Mozartbildnis auch ein vorzügliches Werk des kurbayerischen Hofmalers Johann Georg Edlinger, das eine Bereicherung der Abteilung der deutschen Malerei des 18. Jahrhunderts darstellt.

 

 

Dr. Rainer Michaelis (SMB Gemäldegalerie)

 

 

The last portrait of W.A. Mozart

A biometrical statistical comparison - Martin Braun, April 2005

 

In 1999 Michaelis and Seiller published a report suggesting that a neglected painting, which had been locked away in the stack-rooms of a large public gallery in Berlin (Gemäldegalerie) for 65 years, most probably was the last, and also the best, portrait of Mozart, painted one year before his death.

 

After a necessary restoration of the painting, Michaelis and Stehr published a restoration report in 2004, and the picture was displayed in one of the public exhibition rooms of the gallery. In January 2005, one year before Mozart's 250th birthday, the matter was also presented to the mass media resulting in a wave of sensational news articles around the world.

 

In the communities of Mozart friends and Mozart experts the picture caused both enthusiasm and fierce rejection. The latter immediately resulted in questioning its authenticity. Michaelis and Seiller (1999), however, had presented plausible evidence for their suggestion. It is based on biographical data of Mozart and Edlinger, as well as on a detailed comparison of the portrait with an earlier one. The latter, the so-called "Bologna" Mozart from 1777, had been praised by the composer's father, Leopold Mozart, because of its exact resemblance to his son.

 

Here, a biometrical statistical comparison of the two paintings is reported. The result is that their subjects have to be considered as the same person, with an error probability of well below one in 10,000,000.

 

Three biometrical tests

 

A. Landmark test on non-identity

Face identification is largely determined by proportions and angles of landmark distances, such as length of nose. Comparison of these parameters between the two faces does not reveal one significant difference. Thus, the landmark test on non-identity is negative, and identity of the subjects remains possible.

 

B. Feature test on non-identity

Most faces have a number of non-general features, such as an indentation between the eyebrows. Comparison of such features between the two faces shows one single difference. The eyebrow curves on the Edlinger painting have a smaller radius. In many faces, however, eyebrow radius decreases, when eyebrows move up, as they have done in the Edlinger face. Thus, also the feature test on non-identity is negative, and identity of the subjects still remains possible.

 

C. Digital feature test on identity

Many faces have a number of digital features. These are features that are either obviously present or obviously absent. If two portraits, for which the non-identity tests have been negative, have a sufficient number of digital features in common, the probability of subject identity can be determined statistically. The following digital features appear in both portraits:

 

1) A double-corned tip of the nose.

2) An elevation on the ridge of the nose.

3) A horizontal indentation across the root of the nose.

4) A deep fold between nose and upper half of right eye.

5) A vertical indentation between the eyebrows, asymmetrically (!) toward the right.

6) A thinning-out in the lateral third of the right eyebrow.

7) An elevation on the left side of the forehead at an identical location.

 

Because the three features on the nose and the two in the eyebrow line are clearly visible at almost all light conditions, their frequency in the general population could be determined by feature counts in public portrait galleries.

 

A corpus of 103 adult Caucasian male portrait paintings was established by extracting all naturalistic style portrait that were stored in sufficient resolution from the internet archives of the Gemäldegalerie in Berlin/Germany (yielding 47 pieces, limited to 1700-1850) and the National Gallery of Arts in Washington D.C./USA (yielding 56 pieces) .

 

A corresponding corpus of 103 portrait photographs was established by extracting, in order of listing, the results from Google picture searches that included the search term "portrait". The feature frequencies were as follows:

 

1) Double-corned tip of the nose: 7 % in paintings, 7 % in photographs.

2) Elevation on the ridge of the nose: 5 % in paintings, 1 % in photographs.

3) Indentation across the root of the nose: 7 % in paintings, 2 % in photographs.

4) Indentation between the eyebrows, asymmetrically toward the right: 2 % and 6 %.

5) Thinning-out in the lateral third of the right eyebrow: 2 % and 2 %.

 

Next, these five features were tested on correlations. Because all tests were negative and because there is also no biological rationale to assume any correlation, the five features have to be considered as stochastically independent. Thus, the frequency of their joint occurrence is computed by multiplication of the single frequencies. The results for the probability that two non-relatives have the five features in common are below one in 11,800,000 re the painting data base, and below one in 69,000,000 re the photo data base.

 

Further, it should be noted that the probability estimate would have become even more extreme, if the other two digital features and the many non-digital features that the two faces have in common had entered the calculation.

 

Conclusions

 

1) There is no longer a need for an archival confirmation of the "Edlinger" Mozart. Both in court and in research, visual evidence generally has a higher rank than all other evidence.

 

2) Possible archival indications that the Edlinger painting might show an other person than Mozart would not be compatible with the visual evidence and could therefore only be based on errors or misunderstandings.

 

3) The possibility that somebody imitated Edlinger's style of painting from around 1790 and produced an age-shifted copy of the "Bologna" Mozart seems highly unrealistic. Edlinger was an outstanding and highly individual painter, and thus very hard to imitate. A false "Edlinger" Mozart without a name of the portrayed subject and without a signature of the painter would also not have made much sense, neither for the painter nor for the owner. As long as there is no evidence for this extremely remote possibility, the authenticity of the "Edlinger" Mozart has to be considered as proved.

 

References

Michaelis, Rainer, and Seiller, Wolfgang. Ein unbekanntes Bildnis Wolfgang Amadeus Mozarts in der Berliner Gemäldegalerie. In: Mozart-Jahrbuch 1999 des Zentralinstitutes für Mozartforschung der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg. Bärenreiter, Kassel, 2000, 1-12. Michaelis, Rainer, and Stehr, Ute. Das Berliner Bildnis des Wolfgang Amadeus Mozart. Museumsjournal, Berlin, Jahrgang 2004, Heft 3, 32-33.