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Kamillus Dreimüller ist tot.
Nach zehn Jahren des vergeblichen Suchens und Recherchierens (ich habe seit meher als 10 Jahren nichts mehr von Ihm gehört) ist es mir jetzt endlich gelungen, die traurige Botschaft zu erfahren, dass er schon 2022 verstarb. Es sei eine Erlösung für ihn gewesen, denn er war an Alzheimer erkrankt und lebte lange in einem Pflegeheim.
Camillo, wie Freunde ihn nannten, war eine große, ausserordentlich gebildete, ausserordentlich belesene, streitbare, aber auch rheinländisch humorvolle, human temperierte Persönlichkeit. Er war als ehemaliger Jesuit und späterer Kirchenhasser, Linker und Intellektueller mit rhetorischer Begabung Buchhändler aus Berufung, zuletzt in der geisteswissenschaflich Abteilung (die er leitete) der Kölner Universitätsbuchhandlung Witsch, wo Professoren wie Studenten bei ihm Rat und Literatur suchten.
Sein Gedächtnis war bewundernswert, sein Humor staubtrocken, er hatte Kultur.
Seine Privatbibliothek (die reich war an wertvollen Raritäten und Ertausgaben) war beeindruckend. Und er war, wie ich, anfällig für Schönheit.
Er war einer meiner wertvollsten und liebsten Freunde. Ich verdanke ihm viel. Meine Dissertation hätte ich ohne ihn niemals geschrieben!
Wir haben regen geistigen Austausch gepflegt. aber auch viel miteinander gelacht, obwohl er eigentlich eine ernste und eher deprassive Natur war.
Ich bin dankbar, ihn über Jahrzehnte zum Freund gehabt zu haben.
Meine Trauer ist groß! Ich werde ihn immer vermissen.
Er ruhe in Frieden...