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Foto: privat (Palmsonntagsprozession in Venedig)
„Hosanna“ – Palmsonntag - Beginn der Karwoche
Am Palmsonntag (lateinisch Dominica in Palmis de passione Domini (katholisch) bzw. [Dominica] Palmarum (evangelisch)) gedenken die christlichen Kirchen des Einzugs Jesu Christi in Jerusalem.
Mit ihm beginnt die Karwoche, die die letzte der bis zum Tag vor Ostern dauernden Fastenzeit ist. In der orthodoxen Tradition wird sie Große Woche genannt, in der evangelisch-lutherischen Kirche Stille Woche. In der katholischen Liturgie wird die Zeit vom Palmsonntag bis einschließlich des Ostersonntags als Heilige Woche bezeichnet. Der Palmsonntag liegt sieben Tage vor Ostersonntag und 39 Tage nach Aschermittwoch, mit dem der Osterfestkreis beginnt. Bestimmendes Datum dieses bis Pfingsten reichenden Festkreises ist der Ostersonntag. Weil das Osterdatum sich nach dem ersten Vollmond im Frühling richtet, hat auch der Palmsonntag kein fixes Kalenderdatum und liegt zwischen 15. März und 18. April.
Palmsonntag ist einer der wichtigsten Feiertage im Christentum. Er erinnert an den feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem. Im Kirchenjahr, also der Verteilung der christlichen Feste über das Jahr, ist der Palmsonntag der letzte Sonntag der Fastenzeit und der Sonntag vor Ostern. Damit leitet er die Karwoche ein, die an das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu erinnert.
An diesem Tag wird an das biblische Ereignis erinnert, bei dem Jesus auf einem Esel reitend von einer jubelnden Menge in Jerusalem empfangen wurde. Die Menschen breiteten Palmzweige und Kleider auf dem Weg aus, um ihn als König und Messias zu begrüßen. Sie riefen „Hosanna“ (bzw. Hosianna), was so viel bedeutet wie „Hilf doch“ oder „Rette uns“.
Palmsonntag hat eine tiefgehende symbolische Bedeutung. Die Palmenzweige und der Esel sind Symbole dieses Feiertages. Die Palmenzweige stehen für Sieg und Frieden, während der Esel Demut und Bescheidenheit verkörpert.
So kommt es, dass der Einzug von Jesus Christus in Jerusalem auf den ersten Blick wenig triumphal wirkt. Zumindest im Vergleich zum Einzug von Kriegshelden der damaligen Zeit. Statt eines Schlachtrosses wählt Jesus einen Esel. Das Evangelium nach Matthäus gebraucht in dieser Hinsicht, in Anlehnung an die prophetische Vision von Sacharja (9,9), eine schlichte, aber durchaus starke Symbolik. Jesus ist anders. Er tritt als Diener auf, der aber alles andere als machtlos ist.
Palmen waren schon im Alten Orient besondere Bäume. In der griechisch-römischen Kultur war der Palmzweig ein Symbol der Herrschaft und Gottheit. Die jüdische Kultur verband damit ein Symbol der Unabhängigkeit eines mächtigen Königs. Jesu Einzug in Jerusalem war somit kein belangloses Ereignis: Es war eine Machtdemonstration, wenn auch auf friedlichem Weg. Jesus tritt nicht als Kriegsfürst, sondern als Friedensfürst auf.
Dieses Ereignis verdeutlicht Jesu Rolle als friedvoller Messias und weist bereits auf sein bevorstehendes Leiden und seine Kreuzigung hin.
Alle vier Evangelien berichten vom Einzug Jesus in Jerusalem, was die besondere Bedeutung dieses Ereignisses unterstreicht.
Nach dem Matthäusevangelium (21, 1-11)schickte Jesus zwei seiner Jünger voraus, um eine Eselin und ihr Fohlen zu holen. Als Jesus auf dem Esel reitend die Stadt erreichte, breiteten die Menschen ihre Kleider und Palmzweige auf der Straße aus und riefen: "Hosanna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!"
Im Matthäus- und Markusevangelium (Markus 11, 1-11)finden sich sehr ähnliche Beschreibungen, die auch im Aufbau und Wortlaut sehr nah beieinander sind. Auch im Markusevangelium wird geschildert, wie Jesus zwei Jünger schickt, um die Esel zu holen und wie er auf dem Esel in Jerusalem einreitet, während die Menschenmenge ihn umjubelt.
Lukas beschreibt das Ereignis ähnlich wie Matthäus und Markus. In seiner Schilderung (Lukas 19, 28-40) erfahren wir auch die Reaktion der Pharisäer.
“Da riefen ihm einige Pharisäer aus der Menge zu: Meister, weise deine Jünger zurecht! Er erwiderte: Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien.”
Im Johannesevangelium (Johannes 12, 12-19) fehlt die Schilderung, wie Jesus die Jünger sendet, um die Esel zu holen. Doch auch hier steht im Mittelpunkt, dass Jesus einen Esel auswählt, mit dem er durch die jubelnde Menge in Jerusalem einreitet. Charakteristisch für Johannes ist die Erwähnung der Palmzweige, die dem Fest seinen Namen gaben.
Heute ist der Palmsonntag ist ein wichtiger Feiertag zu Beginn der Karwoche, der in manchen Regionen und Gemeinden mit speziellen Bräuchen gefeiert wird. Viele katholische Christen feiern diesen Tag mit Palmprozessionen. Innerhalb der evangelischen Tradition konzentriert sich die Feier meist auf die Lesung und Predigt über den Einzug in Jerusalem.
Weltweit wird Palmsonntag mit verschiedenen Bräuchen gefeiert:
Palmprozessionen: In vielen katholischen Gemeinden ziehen Gläubige mit Palmzweigen in feierlichen Prozessionen zur Kirche. Als Teil der Prozession werden Palm- oder Buchsbaumzweige oder auch Palmkätzchen vor dem Kircheneingang geweiht. Anschließend ziehen die Gemeindemitglieder mit den Zweigen in die Kirche ein.
Palmweihe: Gesegnete Palmzweige werden als Zeichen des Schutzes mit nach Hause genommen.
Palmbrezel: Besonders in Süddeutschland und Österreich verbreitet, werden die Palmbrezeln ohne Salz und ungelaugt gebacken und oft als Schmuck für die Palmengestecke verwendet.
Palmesel: In einigen Gegenden findet eine feierliche Prozession mit einer hölzernen oder lebendigen Eselfigur statt, die an Jesu Einzug in Jerusalem erinnert.